Aufstand im Trierer Stadtrat

Am 25. August konstituierte sich der Trierer Stadtrat. Erstmals in dieser Legislaturperiode saßen die Herren und Frauen Vertreter, derer es 56 gibt, friedlich beisammen und ließen sich in die kommunalpolitische Arbeit einführen.
Mit Verspätung kam dann auch der Abgeordnete der faschistischen NPD, Safet „Babette“ Babic, unter Missachtung der „deutschen“ Pünktlichkeit, ins Rathaus eingetrudelt als die Sitzung bereits begonnen hatte, umgeben von seiner persönlichen SA-Prügeltruppe. Er schien damit gerechnet zu haben, dass die „bösen Antifaschisten“ ihm an die Gurgel wollen. Begrüßt wurde er von einigen freundlichen Antifaschisten, die T-Shirts trugen, die, korrekt zusammengestellt, die Konstellation „NAZIS RAUS!“ ergaben, sowie einigen Buh-Rufen und Pfiffen sowie drei lächerlich vereinsamt klatschenden älteren Neonazis.
Im weißen T-Shirt die protestierenden Antifaschisten, dahinter Neonazis, die verzweifelt versuchen, einen Blick auf ihren

Bei Babics Rede wird der Saal immer leerer und immer lauter. Einige Abgeordnete wenden sich einfach gelangweilt weg. Tja, Herr Babic, da gibt's in Sachen Rhetorik wohl noch Aufholbedarf ... Demonstrativ stellte sich sein untergebener Jünger, der in Trier durchaus bekannte Faschist Martin Auler, hinter ihn und zückte öfter den Fotoapparat, um die anwesenden antifaschistischen Aktivisten abzufotografieren. Als er dies tat, wurde er aber sogleich durch einen empörten Aufschrei abgestraft – tatsächlich aber reagierten Staatsgewalt und Stadtrat mehr als dürftig auf diese Einschüchterungsversuche und vermochten nicht, den Neonazi davon abzuhalten. Unter anderem dieser Umstand machte also auch die Vermummung einzelner antifaschistischer Teilnehmer notwendig, auf die von Seiten einzelner Abgeordneter erst negativ reagiert wurde – man warf uns vor, „gefährlich“ und „einschüchternd“ zu wirken. Nach einem kurzen Gespräch und einer Darstellung der realen Situation zeigten auch diese Verständnis und beließen es dabei.
Nach vielen recht inhaltslosen Reden (zumeist war einfach nur die Rede davon, man müsse die Situation in Trier „verbessern“ – welches sich zumeist darauf beschränkte, den „Einkaufsstandort“ Trier auszubauen) kam Safet „Babette“ Babic an die Reihe: seine Rede war rhetorisch von unterstem Niveau und beschränkte sich auf dumpfe Parolen „gegen das System“ – wobei er natürlich die positiven sozialen Errungenschaften rügte, für die jahrzehntelang gekämpft wurde und sich vielmehr eine rassistische und repressive Politik nach dem Führerprinzip (wir erinnern daran: „Babette“ sieht sich, und das gibt er offen zu, in der Tradition der bosnischen Waffen-SS!) herbeisehnt.
Natürlich konnten solche unqualifizierten und grenzdebilen Äußerungen nicht ungestraft bleiben – und so wurde seine schwachsinnige „Rede“ von lauten Rufen unterbrochen. Man skandierte „Alerta, Alerta Antifascista!“ und „Nazis raus!“, buhte ihn aus und nahm ihm so die Gelegenheit, seine faschistische Propaganda zu verbreiten. Bereits vorher haben einige Abgeordnete demonstrativ den Saal verlassen – leider ohne vorherige Erklärung, die in ihren jeweiligen Reden hätte getätigt werden können: aber immerhin verließen sogar viele CDU-Abgeordnete den Saal.
Antifaschisten bei der Arbeit.
Der Oberbürgermeister versuchte, die laute Menge zurechtzuweisen, scheiterte aber und sah sich so „verpflichtet“, die Sitzung zu unterbrechen und den Saal von den Bullen räumen zu lassen. Einige Aktivisten mussten rausgetragen werden – aber das hieß nicht, dass wir es dabei beließen. Draußen haben wir uns mit einem Banner aufgestellt mit der Aufschrift „Fight Fascism – Fight National Pride“ und auf den Ausgang der Stadtratssitzung gewartet. Die Bullen haben dann einige von uns wegen der Vermummung angepöbelt und es wurden sogar bei einigen Leuten Personalien aufgenommen und mit Anzeige gedroht wegen „Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz“. Die Bullerei hat sich sogar geweigert, mit einem ausgebildeten Juristen zu reden und pöbelten ihn sogar noch an, dass er es wage, ihre Allwissenheit in Sachen „Recht und Ordnung“ anzuzweifeln.
Irgendwann kamen dann auch „Babette“ und seine SA-Schergen aus dem Rathaus stolziert und wurden sogleich von warmen Worten unsererseits empfangen, wie es sich gebührt: „Ihr habt den Krieg verloren“ und „So sieht deutscher Inzest aus“ sind hier nur zwei Beispiele unserer schönen Abschiedsworte.


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